Doing Gender in Exile. Flüchtlings- und Exilforschung im Dialog

Die Eröffnungsveranstaltung der Jahrestagung der österr. Gesellschaft für Exilforschung fragt nach den Genderaspekten in historischen und aktuellen Situationen des Exils und danach, welche Verbindungslinien erkennbar werden. Irene Messinger diskutiert dazu mit Janna Wessels und Paul Scheibelhofer.

Paul Scheibelhofer spricht über Männlichkeitskonstruktionen im Fluchtkontext. Er zeichnet nach, welche dominanten Bilder und Stereotype es aktuell über geflüchtete Männer gibt und zeigt historische Verbindungslinien auf. Vor diesem Hintergrund bespricht er Erkenntnisse aus der Männlichkeitsforschung über die Situation von geflüchteten Männern.

Janna Wessels beleuchtet die transformative Wirkung von Gender und sexueller Orientierung für den internationalen Flüchtlingsbegriff. Die Anerkennung von geschlechtsspezifischer Verfolgung hat in den 1990er Jahren zu einem tiefgreifenden rechtlichen und sozialen Wandel geführt – seither hat die Genderthematik im Flüchtlingsrecht aber stark an Aufmerksamkeit eingebüßt. Der Vortrag zeigt auf, dass Gender und sexuelle Orientierung auch weiterhin in besonderer Deutlichkeit in der Lage sind, die Bruchstellen und fortbestehenden Herausforderungen des Flüchtlingsrechts aufzuzeigen. Von einer besseren Integration von Genderfragen profitiert daher am Ende der Flüchtlingsschutz insgesamt.

Dr.in des. Janna Wessels, Forschungsgrupppe Migration & Menschenrechte, Universität Giessen
Dr. Paul Scheibelhofer, Universität Innsbruck
Moderation: Dr.in Irene Messinger

18. Oktober, 19.00 Uhr
Literaturhaus Wien, Seidengasse 13, 1070 Wien, Eingang: Zieglergasse 26A

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