Call for Papers

Der Call for Papers ist geschlossen. Wir danken allen Einreichenden für ihre spannenden Vorschläge!

 

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Die Österreichische Gesellschaft für Exilforschung (öge) und deren frauenAG laden Forschende aller Disziplinen zur internationalen Konferenz Doing Gender in Exile ein, die im Oktober 2017 in der  Aula am Campus der Universität Wien stattfindet.

Mit dem Thema Doing Gender in Exile soll das Exil als Labor für die Transformation von Geschlechtlichkeit und sexuellen Identitäten neu in den Blick genommen werden. Unter Exilbedingungen können Menschen wesentliche Handlungsräume verlieren, aber auch gewinnen – und solch eine Neupositionierung im öffentlichen wie im privaten Raum kann Konstruktionen und Haltungen im Zusammenhang mit eigener und fremder Geschlechtlichkeit verändern. Gerade im Kontext der Exilforschung wurden diese Prozesse noch immer nicht ausreichend beachtet und analysiert. Doing Gender in Exile soll das Forschungsfeld für neue theoretische Impulse seitens der Gender Studies, der transnationalen Geschlechtergeschichte und der Migrationsforschung öffnen.
Die Tagung nimmt Exilsituationen aufgrund des Nationalsozialismus und der europäischen Faschismen im 20. Jahrhundert als Ausgangspunkt, ist aber offen für die vergleichende Bearbeitung anderer Formen des Exils und Fluchtbewegungen (z.B. auch „innere Emigration“), regionaler und transnationaler Aspekte und die neue Aktualität der Thematik.
Erwünscht sind ausdrücklich über einzelbiographische Darstellungen hinausgehende Analysen von Sex/Gender im Hinblick auf Exil und Transnationalität. Anknüpfend an die Tagungen 2014 in London (Exile and Gender, 17.-19.9.) und Berlin (Flüchtige Geschichte und geistiges Erbe, 17.-19.10.) soll die Genderperspektive als Methode der Exilforschung weiter ausgearbeitet werden.
Mit Bezug zur „Laborsituation Exil“ soll der Konstruktionscharakter von Geschlecht, von Diskursen und Organisationsformen um Geschlechtlichkeit, von Praktiken der Erzeugung von Geschlechterdifferenz, von Machtverhältnissen und sozialen Ungleichheiten beleuchtet werden. Gender wird in diesem Zusammenhang als analytische Kategorie verstanden, die sich auch der Verbindung mit anderen Differenzkategorien öffnet. In der Arbeit mit dieser konstruktivistischen Kategorie können sowohl Aspekte von Agency als auch Erfahrungen von Akteur_innen mit traditionellen und/oder alternativen Geschlechtlichkeiten und Sexualitäten (weiblich/männlich; homo/inter/trans/queer/poly) berücksichtigt werden.

Wir wünschen uns unter anderem Beiträge zu folgenden Themen:
– Transnationale Netzwerke, persönliche Beziehungen und familiale Strukturen
Gender und Sprache
– Neue Medien, neue Methoden und neue Quellen
– Geschlecht, Gedächtnis und Kanonisierungsprozesse
– Exil mit/ohne Zeitzeug_innenschaft – aktuelles (Erinnern ans) Exil
– Biographische Thematisierungen des Exils und Lebensentwürfe im Exil (Scripting Life in Exile)
– Repräsentationsformen und Erscheinungsbilder – Selbst-, Außen-, Fremdwahrnehmung im Exil
– Genderspezifika in Aufnahmegesellschaften

Diese Konferenz der öge und deren frauenAG rückt das 15-jährige Bestehen beider Organisationen in den Fokus und möchte diese gebührend feiern. Sie ist auch der Historikerin, Lyrikerin und Essayistin Siglinde Bolbecher (1952-2012) – Pionierin der österreichischen Exilforschung und Begründerin der frauenAG – gewidmet, die sich immer für eine feministische Perspektive in der Exilforschung und gegen bloß distanzierende „Vergangenheitsbewältigung“ eingesetzt hat.
Wir freuen uns auf Einsendungen von (Nachwuchs-)Wissenschafter_innen aus allen Disziplinen in den Tagungssprachen Deutsch und Englisch. Eingereicht werden können Abstracts (max. 1.500 Zeichen) für Beiträge von ca. 20 Minuten gemeinsam mit einem Kurz-CV bis zum 31. Oktober 2016.
Es wird keine Tagungsgebühr erhoben. Grundsätzlich sind Reise- und Aufenthaltskosten selbst zu tragen. Wir bemühen uns jedoch um die Übernahme der Kosten für jene Vortragenden, bei denen diese nicht anders abgedeckt werden können. Die Publikation ausgewählter Beiträge ist geplant.

Kontakt & Proposals: doing_gender@exilforschung.ac.at